Archive for the ‘ Best of Music ’ Category

Friday Soundcheck: Hellyeah – Stampede

Last but not least – Diesen Freitag dreht sich alles um eine Band, deren Name eigentlich ein Rock- bzw. Metalausruf ist: “HELL YEAH!” Einziger Unterschied: Die Jungs aus Mittelamerika schreiben sich in einem Wort, sprich: Hellyeah.

Hellyeah ist eine US-Metal-Band, welche sich aus fünf Mitgliedern zusammensetzt, darunter der frühere Schlagzeuger von Pantera, Vinnie Paul. Die Gruppe entstand im Jahre 2006, als Vinnie Paul bekanntgab, dass er ein neues Projekt vorhabe und dass er das ganze mithilfe einer neuen Band hochziehen würde. Ende des Jahres war dann auch klar, wer die Töne in der Band angibt: Chad Lee Gray als Sänger, Greg Tribbet und Tom Maxwell an den Gitarren, Bob Zilla bedient den Bass und besagter Vinnie Paul Abbott am Drumset.

Und schließlich erschien am 10. April das nach der Band benannte Album “Hellyeah”, Publisher war Epic Records. Dieses verkaufte in der ersten Woche weit über 45.000 Tonträger und flog auf Platz 9 der Billboard-Charts. Ende September waren bereits 188.670 Platten über die Ladentheke gegangen.

Die erste Tour unternahm das Gespann von Hellyeah zusammen mit SOiL im Mai und Juni 2007 und rockten im Sommer das Download-Festival vor einigen zehntausend Menschen, die die Band dankend und mit offenen Armen empfingen. Später im gleichen Jahr folgte die “Family Values Tour” zusammen mit Korn, Evanescence, Trivium, Atreyu und Fireleaf statt. Dann wurde es ruhig um die Band, Gerüchte wurden laut, das erste Album würde auch das letzte bleiben, doch die Fans und Kritiker sollten sich schwer getäuscht haben. Am 13. Juli diesen Jahres folgte das zweite Album, um das es sich heute auch dreht: Stampede!

Die erste Eindruck mag täuschen, aber Hellyeah rockt die Speaker, dass die Fetzen fliegen. Man merkt sofort, dass die Jungs aus Amerika nichts an der musikalischen Stärke über die letzten drei Jahre verloren haben. Kurzum: Die Riffs von Greg und Tom schrammeln wunderbar durch die unteren Kanäle im Ohr, eine Ebene darüber trommelt Vinnie Paul was das Zeug hält und Chad Lee gibt sein bestes am Mikro – In allerbester Heavy-Metal-Manier.

Ein wunderbaren Einstieg bietet die Video-Single “Cowboy Way”, ein Drumfeuerwerk hämmert aus den Boxen, ein kurzer Stop und darauf folgt ein wunderbare Gitarrensolo nach knapp einer Minute. Gegen Ende hin kommt auch der Bass richtig fein zur Geltung, sowas macht Laune auf mehr! Aber schon beim zweiten Track vermisst man etwas die Drums, man hat das Gefühl, der Titel des Albums wäre etwas zu hoch gegriffen, eine wirkliche Stampede erlebt man nicht wirklich im zweiten Song. Wer Härte mag, ist hier genau richtig, denn diese geht brachial nach oben, aber die erwartete Stierherde bleibt – leider – vorerst aus. Wäre aber auch falsch, das Album aufgrund eines einzigen Songs schon zum Scheitern verurteilen. Denn das Album ist keineswegs schlecht, im Gegenteil! Nochmal zur Sache geht’s dann bei “Order The Sun”. Beim zweiten Durchlauf des Songs wird dann ziemlich schnell klar, welche Qualitäten das Quintett bietet – Das Teil brät ganz schön den Gehörgang. Aber was wäre eine Metal-Platte ohne anständige Balladen? Richtig, nichts. Als astreine Ballade geht nur das besinnliche “Better Man” durch. Zwar sind auch schon beim melancholischen “Hell of Time” akustische Gitarren im Chorus zu hören, die Strophe hat trotzdem ganz gut Saft. Auch das relaxte “Cold As Stone” setzt noch mal auf ruhige Töne, ist für eine Ballade aber doch noch zu hart.

Es ist sehr offensichtlich, dass diese Allstar-Truppe ihr Ding aus Spaß an der Freude durchzieht. Sowohl technisch als auch bezüglich des Feelings und des Songwritings machen die fünf Recken nichts verkehrt, und auch vor der sympathisch-selbstironischen Bedienung vieler Klischees machen Zurhöllejawoll keinen Halt. Letzten Endes ist aber auch „Stampede“ eher eine Songkollektion, die live deutlich besser funktionieren wird als auf Konserve. Obwohl… mit viel Sonne, Grillfleisch und Bier kann nicht viel schief gehen.
- Chris P., Musical Reviews

Tracklist:
01. Cowboy Way (3:47)
02. Debt That All Men Pay (3:11)
03. Hell Of A Time (3:42)
04. Stampede (3:09)
05. Better Man (4:32)
06. It’s On! (3:45)
07. Pole Rider (3:23)
08. Cold As A Stone (3:30)
09. Stand Or Walk Away (4:50)
10. Alive And Well (3:19)
11. Order The Sun (4:25)

Auch die Rhythmusabteilung um Vinnie Paul (Drums) und Bob Zilla (Bass) zeigt sich wie gewohnt in Hochform und treibt die Büffelherde in Groovemonstern wie „It’s on“, „Pole rider“ und „Stampede“ mit Nachdruck nach vorne, so dass gar nicht erst große Verschnaufpausen aufkommen. Entsprechend rastlos und schnell fegt das Album ohne große Schwächen über den Hörer hinweg, womit am Ende ein vergleichbares Fazit wie beim Hellyeah-Debüt zu Buche steht: „Stampede“ steht für unterhaltsamen, modernen Metal, der perfekt in die heutige Zeit passt.
- Michael Reichel, cdstarts.de

Fazit:
Das Album hat teilweise echt Wumms hinter der Scheibe, lässt manchmal aber auch etwas Tiefe vermissen. Wie oben schon gesagt, ist der Titel der Stampede etwas hoch gegriffen, aber durchaus sehr gut hörbar. Auch ein Album was mehrere Anläufe braucht um in den Köpfen kleben zu bleiben. Allerdings ist es einmal dort, lässt es einen nicht mehr los. Wer also das Erstlingswerk für gut befunden hat, wird auf keinen Fall enttäuscht werden. Für die Menschen, die Hellyeah eher kritischer beäugt haben, ist diese Platte leider nicht wirklich etwas. Rein vom technischen her total gut gemacht, keine ungünstigen Overlays, kein durchdröhnender Bass – Dieser kommt gern etwas subtiler daher. Saubere Arbeit, HELL YEAH!
Wertung: 8/10

Tuesday Soundcheck: Metallica – S&M

Es ist Dienstag, draußen das Wetter eher gemächlich bis gräulich-nervend. Der heutige Soundcheck ist ein wenig nostalgisch, wir begeben uns ein ganzes Stück weit in die Vergangenheit. Genauer gesagt bis ins Jahr 1999 – zu diesem Zeitpunkt entstand das Album mit dem Namen S&M, kurz für Symphony and Metallica – Nicht für Sadomaso, das Album tut in keinster Weise weh.

Die Grundidee für dieses Werk entstand im Hirn des Komponisten Michael Karmen, welcher auch die Orchesterparts für dieses Album schrieb. Die Exekutive dieser Komposition war das berühmte San Francisco Symphony Orchestra, dass auch schon in Werken wie Aristocats, Hair und ähnlichen großen Musicals mitgespielt hat. Auf S&M spielen Metallica wie gewohnt ihre eigenen Stücke (zwei davon, Minus Human und No Leaf Clover, erstmalig veröffentlicht), während das Symphonieorchester sich darum herum ausbreitet, dazwischenmischt, oder auch frontal dagegen anspielt. Die besten Ergebnisse, das bestätigte James Hetfield in einem Interview, wurden dabei mit Stücken erzielt, die nicht schon von Haus aus zu massiv und komplex klingen, so dass genügend Raum für die orchestralen Ergänzungen bleibt. Zurück zum Album an sich. Ganz klar zu sagen ist, dass dieses Album nichts für Metallica-Puristen ist, dafür finden sich dann doch zuviele orchestrale Einheiten. Ein hübsches Bild gibt die Vorstellung von vier schwarz gekleideten Männern ab, welche Köpfe schwingend zwischen 108 Musikern des San Francisco Symphony Orchestra ihr metallisches Liedgut zum besten geben.

Was dieses Album zu bieten hat ist nicht nur hörenswert, weil es eben neu ist, sondern eröffnet Songs in einer Intensität, wie man sie nicht allzu häufig vorfindet. Erstaunlich in mancherlei Hinsicht ist dabei die Auswahl der Stücke, die die Band als zum Experiment geeignet in das Projekt eingebracht hat. Sie deckt im Prinzip die ganze Bandbreite des zur Verfügung stehenden Repertoires ab, auch wenn man vielleicht an Stelle des ‘Call Of Ktulu’ vielleicht lieber ‘Orion’ gehört hätte.
Herausragend ist dabei auch der zuvor unveröffentlichte Track: ‘No Leaf Clover’, dabei sei dahin gestellt, ob er extra für diese Scheibe arrangiert wurde oder zuvor schon stehend schlicht ins Gesamtwerk miteingebaut wurde. Der Song ist ein ziemlicher Hammer. Und das gilt eigentlich für die beiden ganzen Scheiben, aus denen sich das Album zusammensetzt. Ist die Erste eher was für die härtere Fraktion, findet der Liebhaber der langsamen Stücke das Seine auf der Zweiten.
Dementsprechend dürfte für jeden etwas dabei sein.

Applaus für beide Parteien, sowohl Metallica als auch den Symphonikern, für den Mut, solch ein Projekt zu verwirklichen. Aber ein Pünktchen Abzug von mir notorischem Nörgler für die etwas danebengegangene Songauswahl. Ansonsten: Projekt gelungen, Ohren tot!
- Alexander Cordas, laut.de

Tracklist
CD 1:
1. The Ecstasy of Gold (2:30)
2. The Call of Ktulu (9:34)
3. Master of Puppets (8:54)
4. Of Wolf and Man (4:18)
5. The Thing That Should Not Be (7:26)
6. Fuel (4:35)
7. The Memory Remains (4:42)
8. No Leaf Clover (5:43)
9. Hero of the Day (4:44)
10. Devil’s Dance (5:26)
11. Bleeding Me (9:01)
CD2:
1. Nothing Else Matters (6:47)
2. Until It Sleeps (4:29)
3. For Whom The Bell Tolls (4:52)
4. Human (4:19)
5. Wherever I May Roam (7:01)
6. Outlaw Torn (9:58)
7. Sad But True (5:46)
8. One (7:53)
9. Enter Sandman (7:39)
10. Battery (7:24)

Fazit: Nix für Puristen, für Liebhaber ein absolutes Muss! Hetfield zeigt sich von seiner Schokoladenseite, die Kombination mit dem Ensemble aus San Francisco ist ein rundum gelungenes Teil. Wer sich gerne die Ohren verwöhnen lassen, dabei aber nicht auf die gewohnte Metallica-Brachialität verzichten möchte, ist hier genau richtig. Einzig die Liedauswahl lässt manchmal etwas zu wünschen übrig.
Wertung: 8.5/10

Friday Soundcheck: Tiesto – Elements of Life

Dj Tiesto wurde im Jahre 1969 in Breda geboren, sein eigentlicher bürgerlicher Name ist Tijs Michiel Verwest, unter welchem ihn nur die wenigstens heute noch kennen.

Tiesto begab sich schon früh an das Mischpult, denn bereits im Alter von 8 Jahren legte er zuhause auf dem Plattenspieler seiner Eltern quasi auf. Diese Musikrichtung interessierte und faszinierte ihn von da an und in seiner Jugend begann er unter seinem ersten Pseudonym “Resident DJ” in kleineren Clubs die Turntables zu drehen. Und just an diesen Orten wurde er schließlich von Talentscouts aus Rotterdam entdeckt.  Mitt der 1990er veröffentlichte Tiesto unter mehreren Künstlernamen verschiedene Tracks bei diversen Labels, bis er schließlich im Jahr 1997 mit seinem Freund und Produktionspartner das Label “Black Hole Recordings” gründete, welche sich bis heute größer Berühmtheit erfreuen kann.

Doch Tiestos Durchbruch ließ ein wenig auf sich warten: Erst 5 Jahre später gelang es ihm, mit dem ersten ernsthaften Debütalbum auf Platz drei der Billboard-Charts vorzustoßen. Das Album war ein Hit, und das nicht nur in den USA – Die ganze Welt war gespannt auf diesen neuen, frischen Künstler aus den Niederlanden.

2002,2003 und 2004 wurde er zum besten DJ der Welt gekürt und begleitet sogar die Olympischen Sommerspiele 2004 beim Einmarsch der Athleten in das Stadion. Ab da an war Tiesto nicht mehr aufzuhalten. Er spielte sich um die ganze Welt, insbesondere in der Party-Szene auf Mallorca, Ibiza und den Kanaren. Ebenfalls 2004 wurde der Plattenwuseler von Königin Betraix mit dem Orden von Oranien-Nassau ausgezeichnet, in etwa dem Ritterschlag in England zu vergleichen.

Heute geht es um das vierte Album des Plattenkünstler, genauer gesagt: We proudly present – “Elements of Life” aus dem Jahre 2007.
Das sich allerdings komplett von seinen Vorgängern “in my Memory”, “Just be” und “Parade of the Athlets” unterscheidet.
Während seine letzten Alben besonders durch solche genialen progressiv Trance Tracks wie “Adagio for Strings”, “Traffic”, “Lethal Industry”, “Flight 643″, “Coming Home” oder auch “Love comes again”, “Athena”, “Dallas 4pm” und “Magik Journey” begeisterten, fehlen sie diesmal gänzlich.
Einzig und allein der Remix von “He’s a Pirate” erinnert an die alten Tiesto Tracks. Die Stimmung von “Elements of Life” wird ansich perfekt durch das (schöne) Cover der CD definiert. Somit steht der Sound im Zeichen des Frühlings und des bald kommenden Sommers.

Tracklist:

1. Ten Seconds Before Sunrise (7:31)
2. Everything (7:01)
3. Do You Feel Me (6:03)
4. Carpe Noctem (7:03)
5. Driving to Heaven (4:42)
6. Sweet Things (5:42)
7. Bright Morningstar (8:19)
8. Break My Fall (7:14)
9. In The Dark (4:36)
10. Dance4Life (5:22)
11. Elements of Life (8:25)
12. He’s a Pirate (Bonus Track) (7:00)

Dies spürt man schon bei den ersten 3 Liedern, wobei besonders “Everything” durch die einschmeichelnde Stimme von Jes und dem Gitarrensound, die perfekte Untermalung für den nächsten Strandurlaub bietet. Nachdem die Sonne bei “Do you feel me?” im Meer versunken ist, begibt man sich anschließend in den Club um zu dem hypnotischen, deepen Sound von “Carpe Noctum” abzugehen. Anschließend fährt man Nachhause aber nicht zum Himmel, weil es dort nur ein paar vereinzelnde Wolken zu geben scheint. Nach dieser etwas schwachen Fahrt kommt der absolute Ohrwurm-Track des Albums “Sweet Things” der dank seines Refrains immer wieder im Kopf herumkreist. Somit fällt “Break my Fall” nicht besonders auf, das die Sommeratmospähre zwar nicht stört, aber auch nicht bereichert. Ein Blick in den Nachthimmel läßt uns den “Bright Star” erkennen, der “in the dark” liegt. Wobei es danach aber leider richtig düster wird, “Dance 4 Life ” ist meiner Meinung nach die schlechteste Single, die Tiesto bisher herausgebracht hat. Nach 5 min. ist dieser minimalitische House-Track aber bewältigt und man kann sich noch an den Elementen des Lebens erfreuen, bevor das Album mit dem up-lifting Remix von der “Fluch der Karibik 2″ Theme endet.

Insgesamt ist Tiesto ein wunderschönes Trance Album im Stil seiner “In Search of Sunrise” Reihe gelungen, das nach dem dritten Mal hören genauso süchtig macht, wie die Vorgänger.
Man vermisst aber die Progressiv Sounds durch die Tiesto vor allem bekannt geworden ist, somit fehlt auch die Single “Goldrush” die bisher nur auf Vinyl erschienen ist. Zudem wurde diesmal auch auf Balladen verzichtet, wodurch die stilistische Abwechslung nicht gerade gesteigert wurde.
Trotzdem kann man dieses Album jedem Trance-Fan empfehlen, der mit Tiesto’s “In Search of Sunrise” Reihe etwas anfangen konnte.

Fazit: Hier kommt jeder Dance / Techno Fan voll und ganz auf seine Kosten. Absolut empfehlenswert. Jedoch bleibt weiterhin zu beachten das Tiesto nichts für den Hardcore-liebenden ist, da das Programm des DJ’s in seiner Variation eher richtung Dancehall geht. Wer Tiesto mag, wird dieses Album lieben. Gutes Album, schickes Konzept, durchdachte Rythmen. Brillant zum ausspannen.

Wertung:8/10

Monday Soundcheck: Gorillaz – Gorillaz [Explicit]

Nachdem die letzten Woche viel Rock & Metal durch den Soundcheck gerauscht ist, steht heute alles im Zeichen der virtuellen Band “Gorillaz”.  Die Band ist im Jahre 1998 entstanden, ihr Schöpfer ist Damon Albarn, welcher auch gleichzeitig der Sänger der britischen Band Blur ist. Für die Zeichnungen der Charaktere ist der Künslter Jamie Hewlett verantwortlich, welcher der Zeichner und Co-Autor des Comics “Tank Girl” ist. Das Besondere an den Gorillaz ist, dass nicht jede Figur ein wirkliches Alter Ego besitzt, sondern immer wieder mit verschiedenen Musikern produziert wurde. Einzig Albarn und Hewlett bilden feste Größen im “Team” der Gorillaz. Trotzdem besitzt jede Figur eine Biografie und diverse Charaktereigenschaften, obwohl sie nicht ursprünglich einer Serie oder einem Comic entsprungen sind.

Wie kommt man jedoch auf die Idee eine fiktive Pop- oder Elektroband zu erschaffen? Die beiden Gründer ärgerten sich über die rasant abnehmende Qualität im Musikfernsehen MTV.

“… if you watch MTV for too long, it’s a bit like hell – there’s nothing of substance there. So we got this idea for a cartoon band, something that would be a comment on that.”
- Jamie Hewlett

Das Ziel der Gruppe sollte es sein, sämtliche gängigen Klischees zu bedienen. Insgesamt besteht der symphatische Haufen der Gorillaz aus folgenden Elementen: einem Punk als Bandleader (2D), einem Altrocker am Bass (Murdoc), einer flippigen Asiatin an der Gitarre (Noodle) und einem gutmütigen Hünen am Schlagzeug (Russel). Das erste Lied der Gorillaz war der Song “Ghost Train”. Später nahm man mithilfe einiger Gastmusiker schließlich die CD mit dem gleichen Namen der Band auf. Mit genau diesem heute vorgestellten Album landeten die Gorillaz ihren ersten großen kommerzillen Erfolg. Innerhalb weniger Tage verbreitete sich die Kunde über dieses eigenwillige, aber deenoch sehr gut gelungene Album wie ein Lauffeuer. Und das nicht nur in de USA. Die Bombe mit dem Namen “Gorillaz” schlug ein wie eine seismische Bombe. Ihr Debütalbum verkaufte sich weltweit über 7 Millionen mal, was der Gruppe Weltruhm, sowie mehrere Schallplatten auf Platin-Status brachte. Damit schafften es Hewlett und Albarn an die Spitze der Charts. Der wohl berühmteste Song auf dem Album ist “Clint Eastwood”, der auch Wochenlang über die Musiksender dieser Welt dudelte.

Stilistisch ist es sehr schwer die Gorillaz wirklich einer Kategorie zuzuweisen. Durch das Vorhaben ihrerer Gründerväter fließt sehr viel aus diversen Genres in die Musik ein. Angefangen von etwas schrulligen Gitarrenriffs, über den leicht rappenden Gesang bis hin zum getragenen Schlagzeug. Alles in allem sind die Gorillaz aber am ehesten in die Sparte Crossover einzuordnen. Auch Alternative Hip-Hop ist eine angemessene Bezeichnung. Doch je öfter man das Album hört, umso besser gefällt es einem. Und dieses Album ist wirklich zum “Durchhören”, selten gab es Alben, die so “aus einem Guss” waren wie Gorillaz, und das trotz der enormen musikalischen Vielfalt, die es zu hören gibt, angefangen von “Latin Simone” bis hin zum melankolischen “Tomorrow Comes Today” oder dem schwungvollen “Re-Hash”. Bei diesem Album hört man regelrecht den Spass heraus, den es den Musiker rund um Damon Albarn gemacht haben muss, dieses Album zu machen. Bei einigen Stücken kann man sich das Schmunzeln kaum verkneifen, man hat den Eindruck, die Musiker machen sich ein wenig über sich selbst und das ganze Musik-Business lustig. Gorillaz ist sicherlich nicht etwas für jeden, denn es geht am Mainstream-Pop-Geschmack vorbei, dafür ist ein erstklassiges Gesamtwerk voller Elan und Energie. Wem Clint Eastwood gefällt, der wird sicherlich viel Freude an diesem Album haben.

Tracklist
1. Re-Hash (3:40)
2. 5/4 (2:42)
3. Tomorrow Comes Today (3:14)
4. New Genius (4:00)
5. Clint Eastwood (5:43)
6. Man Research (4:32)
7. Punk (1:37)
8. Sound Check (4:42)
9. Double Bass (4:46)
10. Rock The House (4:11)
11. 19-2000 (3:29)
12. Latin Simone (3:38)
13. Starshine (3:33)
14. Slow Country (3:37)
15. M1 A1 (4:01)
16. Clint Eastwood [Ed Case / Sweetie Irie Refix] (3:44)
17. 19-2000 [Soulchild Remix] (3:27)

Bis sich einem das gesamte Album erschließt, bedarf es doch einiger Zeit; hat man sich an eine Richtung gewöhnt, reißen die Gorillaz das Steuer meist um 180 Grad herum. Trotzdem macht das Album Spaß. Einerseits, weil viele Stücke auf großartigen Melodien aufbauen, andererseits gerade weil es sich allen Regeln entzieht.
-laut.de

Fazit: Interessantes Album. Auch wenn es aus dem Jahre 2001 ist, also schon bald 10 Jahre auf dem Buckel hat, so ist es doch sehr hörenswert. Grad das Alternative an dieser Musik macht die Tracks teilweise zum Ohrwurm. Die Gorillaz gehen einen sehr eigenwilligen Weg, was nicht heisst, dass dieser schlecht ist. Ganz im Gegenteil. Hewlett und Albarn verzücken die Dance, Alternative & Hip-Hop-Fans immer wieder aufs neue. Schöne Scheibe mit seltenen langatmigen Stellen.
Wertung: 9/10

Monday Soundcheck: Muse – The Resistance

Im heutigen Soundcheck steht ein Album einer Gruppe im Fokus welche eins vor allen Dingen nicht tut: Auf Nummer sicher gehen. Das schlug sich schon in der Vergangenheit der drei Mitglieder nieder, welche sich im Jahre 1994 zusammenschlossen, nachdem sie das Teignmouth Community College besuchten. Dort nahmen sie am lokalen “Battle of the Bands” teil und gewannen überraschenderweise mit ihrem markanten, nicht gradliniegen Sound. Der Einfluss auf ihre Musik stammt größtenteils aus der Rockmusik der achtziger und frühen neunziger Jahre aus Amerika.

1999 gelang ihnen ihr erster großer Erfolg mit dem Album “Showbiz” und von dortan ging es innerhalb von fünf Alben immer weiter bergauf, bis hin zum aktuellen Album “The Resistance”.

Jedes ihrer Alben war ein neues, spannendes Klangabenteuer, das dem Hörer anfangs einiges an Konzentration abverlangte, denn es sind spitze Ohren und eine Menge Einfühlsvermögen vonnöten um hinter die Botschaft der Jungs zu kommen. Auch The Resistance ist kein Album von der Stange, sondern originelle musikalische Coiffeur-Kunst. Als “kräftiger” und “elektronischer” kündigten Muse ihr fünftes Studioalbum im Vorfeld an, und tatsächlich klingt The Resistance deutlich reduzierter und weniger gitarrenlastig als der grandiose Vorgänger Black Holes & Revelations. Es sind zwar auch vereinzelt typische Muse-Riffgewitter wie “Unnatural Selection” zu finden, der Schwerpunkt liegt jedoch ganz klar auf ruhigeren und Keyboard-lastigeren Stücken. Ein Song wie “Undisclosed Desires” schlägt den Bogen zu Wave-Größen wie Depeche Mode, mit “Resistance” liefern die drei Engländer einen geschickt zwischen treibend und sphärisch pendelnden Mainstream-Rock-Hit ab, und auch ansonsten dominieren aufs Notwendigste reduzierte Arrangements und klare, einprägsame Melodielinien, die von Frontmann Matthew Bellamy nicht mehr ganz so oft im oberen Bereich seines beachtlichen Stimmumfangs gesungen werden. Selbst das großartige dreiteilige Epos “Exogenesis: Symphony” mit seinen Klassikeinschüben kommt schnörkellos und federleicht daher. Freunde der progressiveren, bombastischen Muse werden allenfalls beim stark an Queen und Led Zeppelins “Kashmir” angelehnten “United States Of Eurasia” an Alben wie Absolution erinnert. Die Band hat sich mal wieder spürbar weiterentwickelt, und erneut ist es für die Hörer eine Herausforderung, ihr auf ihrem Weg zu folgen.

The Resistance ist nahezu ein Meisterwerk. Es braucht recht lange, bis es sich entwickelt, aber lässt man ihm die Zeit und den Raum, dann entfaltet sich ein märchenhafter, grandios arrangierter und eingespielter Trip, der vielleicht vor allem im ersten Drittel zu deutlich unter seinem Potential bleibt (ein besonders schmerzhafter Einbruch in Sachen musikalischer Qualität ist der “it could be wrong”-Part bei Resistance), der aber sicherlich mit zu dem Besten gehört, was diese Band jemals abgeliefert hat – auch wenn er nicht an Origin of Symmetry herankommt, so ist er immerhin nahe dran!
-rotwang.de

Tracklist
1. Uprising (5:04)
2. Resistance (5:46)
3. Undisclosed Desires (3:56)
4. United States of Eurasia (5:47)
5. Guiding Light (4:13)
6. Unnatural Selection (6:55)
7. MK Ultra (4:06)
8. I Belong To You (5:38)
9. Exogenesis: Symphony Part 1 (4:18)
10. Exogenesis: Symphony Part 2 (3:56)
11. Exogenesis: Symphony Part 3 (4:37)

Allenfalls geeignet als Untermalung für B- und Amateurfilme, wo ich sie selbst schon hören musste, und auch für Tanzabende in einem dieser Billigklubs, wo am Eingang zunächst ein Schnaps gereicht wird, damit man trotz des Lärms Spaß haben kann. Und so einen Schnaps hätte ich persönlich für dieses Album auch gern.
- schallgrenzen.de

Fazit: Bei diesem Album scheiden sich die Geister. Es gibt genug Kritiker die dieses Album als das schlechteste von Muse bewerten, wieder andere sagen das es das genialste Album dieser Band ist, was es je gegeben hat. Es bleibt zu beachten, dass Geschmäcker verschieden sind. Man muss klar sehen, dass die Finesse auf dem aktuellen Album etwas zu wünschen übrig lässt, sich jedoch beim vierten oder fünften Durchgang sich Tiefen erahnen lassen, welche man vorher nicht einmal im Ansatz realisiert hat. Am Ende bleibt es doch jeden Hörer selbst überlassen ob er/sie das Album mag. Produktionstechnisch rund, keine Macken, aber sehr eigenwillig. Nicht jedermanns Sache.
Wertung: 5/10

Wednesday Soundcheck: Unheilig – Große Freiheit

Passend zum groß angelegten Serverdown in der Welt der Kriegskunst, steht heute die Freiheit im Visier, genauer gesagt Unheilig mit ihrem aktuellen Album “Große Freiheit”. Bis zu diesem Album wird kaum einer etwas von der Band Unheilig mit ihrem Leadsänger dem “Grafen” gehört haben – Es sei denn man beschäftigt sich auch mal etwas weiter fernab des Weges mit der Gothic-Szene, was ja nicht jedermanns Sache ist. Man möchte die Band gerne kategorisieren, was aber bei genauerem Betrachten alles andere als einfach ist, denn man möchte ja nicht direkt in Vorurteile abrutschen oder diese wirklich exzellente Band in einem falschen Licht erstrahlen lassen. Doof gesagt: Es ist eine Rockband mit einem Gothic-Leadsänger.

Wie hat man sich denn besagten “Grafen” vorzustellen? Ein passendes, nicht abwertendes Bild ist schnell gefunden. Er ist die perfekte Mischung aus Count Dracul und Käpt’n Nemo aus dem Roman “20.000 Meilen unter dem Meer” von Jules Verne. Er selbst ist ein markanter Typ, welcher sich gerne als der “bekannteste Unbekannte der Musikbranche” vorstellt. Den ersten kleineren Erfolg landeten Unheilig mit dem Song “Freiheit” (2002). Mit dem neuen Album ist der Befreiungsschlag gelungen, endlich alte Klischess abzulegen. Allein schon die Singleauskopplung des neuen Albums hat ja eingeschlagen wie eine H2-Bombe, der Track “Geboren um zu leben” schnellte in jeglichen Charts unter die Top 3 und hält sich dort – zu Recht- über Wochen.

Das Album fällt schon von der Gestaltung sehr schnell aus dem Rahmen: Das Cover wirkt wie die Frontalaufnahme eines riesigen Schiffes aus der Froschperspektive, wirkt leicht bedrohlich und unheimlich. Auch der Titel “Große Freiheit” lässt in Kombination mit den auf der CD vorhandenen Titeln auf etwas Seemannsgarn schließen. Die Illusion hält aber nicht lange vor, genauer gesagt, gerade einmal die ersten 45 Sekunden des ersten Liedes. Danach ist Sense mit Heiterkeit. Es folgt ein Gewitter aus harten, aber nicht unangenehmen Riffs, sowie einer Menge Elektronik, welche sich zu einem fulminanten Einstand verbinden. Auch Songs wie “Abwärts“ und “Unter Feuer“ fallen in diese Kategorie. Hier geht mächtig die Heavy-Gothic-Post ab, was vor allem in Hinblick auf die anstehende Tournee für Fans von Interesse sein dürfte. Doch so wie jedes Unwetter irgendwann einmal ein Ende hat und der Sonne Platz macht, verhält es sich auch mit der musikalischen Großwetterlage auf Große Freiheit. Spätestens nach der Hälfte des Albums weicht die musikalische Kraftmeierei sanfteren Tönen von Streichern, Harfe und gezupfter Akustik-Gitarre. Dann offenbaren Balladen wie ”Heimatstern“ und “Unter Deiner Flagge“, dass es neben den harten schwarzen Seiten “des Grafen“ auch noch weiche und verletzliche gibt. Freilich nur, solange es um die Liebe geht, denn schon beim übernächsten Song “Fernweh“ ist er wieder unterwegs, die Welt zu erobern: “Ferne Welt ich komme!“

Unheilig kann und sollte man den Erfolg und die Popularität gönnen, denn sie haben sich dafür nicht verbiegen lassen. Man mag diese Musik vielleicht nicht mögen, Respekt haben sich Unheilig allemal verdient. – Whiskey-Soda.de

1. Das Meer
2. Seenot
3. Für immer
4. Geboren um zu leben
5. Abwärts
6. Halt mich
7. Unter Feuer
8. Grosse Freiheit
9. Ich gehöre mir
10. Heimatstern
11. Sternbild
12. Unter deiner Flagge
13. Fernweh
14. Schenk mir ein Wunder (Bonustrack)
15. Auf Kurs (Bonustrack)
16. Neuland

Fazit: Eine absolut runde Produktion. Nie zuvor haben Unheilig eine vergleichbare musikalische Bandbreite gezeigt. Unheilig bleiben ihrer musikalischen Linie treu und schicken den Zuhörer wieder einmal auf eine Achterbahnfahrt der Emotionen. Einzige Wermutstropfen: Leichte Harakiri-Tendenzen im musikalischen, welche Unheilig nicht im geringsten nötig hätten. Schade, hoffen wir darauf das der Graf das nächste Mal nicht sein Licht unter den falschen Scheffel stellt.

Wertung: 8/10

Rheinkultur 2010 feat. WM-Viertelfinale


Für alle Festival- und Fußballbegeisterte aus der Region Bonn und Umgebung hält dieses Wochenende ein Event der besonderen Art parat: Rheinkultur ist wieder da! Ab morgen, also Samstag, den 3. Juli 2010 geht es ab 12:00 wieder hoch her. Im 27. Jahr des Open-Air-Festivals werden in etwa 170.000 Besuche erwartet, welche sich an fünf verschiedenen Bühnen austoben können. Das ganze ist wie jedes Jahr natürlich kostenlos, aber wie immer ist der Verzehr von mitgebrachtem verboten, sprich es darf kein Alkohol mitgebracht werden. Dies dient einmal der Entlastung der Hilfskräfte (Malteser, Johanniter und DRK) als auch der Vorsorge, dass es keine Alkoholleichen gibt. Da die Temperaturen weit über 35°C steigen werden, ist diese Maßnahme mehr als gerechtfertigt. Einzig Wasser darf in geschlossenen Tetrapacks darf mit auf das Gelände gebracht werden.

Genug der Schwarzmalerei, das Festival ist dazu da um es zu zelebrieren. In den vergangenen Jahren waren Bands wie die Bloodhound Gang, Culcha Candela oder H-Blockx zu Gast und auch diese Jahr ist das Programm vielfältig, für jeden ist etwas dabei. Begonnen hat die ganze Geschichte der Rheinkultur 1983 mit damals gerade einmal 4000 Zuschauern. Inzwischen hat sich das kostenlose Open-Air-Festival zu dem Event in Bonn und Umgebung zum Kult gemausert und das ohne einen Pfennig/Cent Eintrittsgeld zu verlangen, denn alles wird durch Sponsoren, Getränkeverkauf und einigen Zuschüssen der Stadt finanziert.

Auch wenn das Budget leicht abgenommen hat im Vergleich zu den letzten Jahren, erwartet den Besucher eine Fülle an Liveacts auf fünf verschiedenen Bühnen, darunter Alexisonfire, Hammerhead, Kollegah & Favorite sowie Jennifer Rostock, uvm. Damit aber nicht genug. Da Deutschland schließlich auch am Samstag spielt, ist eine komplette Bühne mit einer metergroßen Leinwand  für das Spiel reserviert, damit auch alle Fans der DFB-Elf voll auf ihre Kosten kommen!

Da in den letzten Jahren der Klimaschutz immer mehr in der Vordergrund gerückt ist, bietet der Veranstalter die Aktion “Green Rocks” an. Dies ist ein Ticket für 12 Euro, mit dem die Besucher jedes Verkehrsmittel im näheren Gebiet nutzen können, das ganze nennt sich dann die “Rheinkultur Greencard”.  Auch eine Onlinespende ist möglich, mit der dann ein Baum gepflanzt  wird um die auf dem Festival ausgestoßenen Emissionen auszugleichen, ganz im Sinne der Umwelt.

Insgesamt sieht das Lineup für Rheinkultur 2010 folgendermaßen aus:

Alexisonfire
Angels & Enemies
Asaf Avidan & the Mojos
Daniel Steinberg
Der Familie Popolski
Dickes B
Elektrodrei
Eskimo the Soulion
Fard
Hammerhead
Hello Bomb
Hemmi
Jennifer Rostock
Juliette Lewis
Kollegah & Favorite
Madsen
Marteria
Matthias Knorr
Max Herre
MiaoMio
Moke
Phil Fidget
Resultat 0
Sean Price
Snaga & Pillath
Sondaschule
The Durango Riot
The Glitz
The Orsons
Tobox
Tom Hoax
Triggerfinger
Tuettechips
Valient Thorr
WBN Squad
WISH
X-Ray Harppons
Zumento

In diesem Sinne: Frohes abrocken & denkt dran: Viel trinken – Und das nicht nur zwingend Bier :D

P.S

Schlaaaaaaaaaaaaand!

Wednesday Soundcheck: Nickelback – Dark Horse

Nickelback, ein Phänomen. Die vier Kanadier verkauften insgesamt weit über 27 Millionen Alben weltweit, setzten sich mit 13 Singles in den Charts in aller Welt fest, rockten alles was es zu rocken gibt. Ohrwurmfaktor: 101%. Von Klassikern wie “How You Remind Me” bis zum aktuellen “This Afternoon” ist einem die Band immer präsent.

Das Schöne an dieser Band ist, dass sie niemals ihre Ideale verloren hat und nie ihre Fans vernachlässigt hat, was ja bekanntlicher Maßen in diesem Geschäft sehr schnell passieren kann. Dies ist hauptsächlich der Seele der Band zu verdanken, Chad Kroeger.

„Unser Erfolg ist nicht selbstverständlich. Wir wissen, dass all das schnell vorbei sein könnte und man von einem auf den anderen Tag in der Anonymität verschwinden kann.“
- Kroeger

Eigentlich sollte man denken, dass sich das Erfolgsrezept von Bandleader Chad Kroeger langsam erschöpft hätte, doch auch auf Dark Horse straft der Kanadier wieder alle seine Kritiker Lügen. Die Songs sind kurz und kompakt wie eh und je, Experimente und Abschweifungen werden konsequent vermieden, und trotzdem klingen die elf Songs überaus frisch und originell. Mit bombastischen Stadionhymnen wie “Burn It To The Ground”, einfallsreichen Gesangs-Arrangements à la “Something In Your Mouth”, lässigen Midtempo-Hits der Marke “Gotta Be Somebody” und “If Today Was Your Last Day”, Halbballaden wie “I´d Come For You” oder rauen Akkordgewittern vom Schlage eines “Next Go Round” untermauern Nickelback einmal mehr ihre Ausnahmestellung im harten Mainstream-Rock-Sektor. Kroegers Händchen für unwiderstehliche Melodien und griffige Power-Riffs ist dabei mal wieder der entscheidende Pluspunkt, der seine Band deutlich von der Konkurrenz abhebt.

Tracklist:

1. Something In Your Mouth (3:38)
2. Burn It To The Ground (3:28)
3. Gotta Be Somebody (4:13)
4. I’d Come For You (4:22)
5. Next Go Round (3:43)
6. Just To Get High (4:02)
7. Never Gonna Be Alone (3:47)
8. Shakin’ Hands (3:39)
9. S.E.X. (3:53)
10. If Today Was Your Last Day (4:08)
11. This Afternoon (4:34)

‘11 new Nickelback classics’ heißt es vollmundig auf dem Sticker von “Dark Horse”, und wenn mir solche Aussagen als Musikfan lediglich ein Schmunzeln oder sonstige Gesichtsverrenkungen in die Visage zaubern, so weiß ich doch als Redakteur, dass die Aussage gar nicht so weit her geholt ist. Tatsache ist, dass die Jungs aus Kanada zumindest live ordentlich rocken und musikalisch lange nicht so mies sind, wie sie gern gemacht werden.
- Michael Edele, laut.de

Fazit:
Sauberes, griffiges Album, ohne große Schwächen. Einziges Manko: Ab und zu ein klein wenig zu einspurig, daher keine volle Punktzahl. Schöner Allrounder.
Wertung: 9/10

Friday Soundcheck: 30 Seconds To Mars – This Is War

Zehn Jahre ist es nun her. Vor zehn Jahren entstand aus einem Haufen verrückter Musiker die Band “30 Seconds To Mars”. Und seit genau dieser Zeit will das Quartett den großen, roten Planeten erobern, scheitert aber immer wieder an der Anziehungskraft des großen Blauen. Daher bleiben die Gebrüder Leto mit Gefolge lieber auf der Erde und spalten die Musikszene in zwei Lager. Die eine Seite kann sich vor Begeisterung kaum halten und würde niemals auch nur den Ansatz eines Staubkorns auf ihre “Lieblinge” kommen lassen, während die Gegenbewegung sich lieber kollektiv von der Brücke schmeißen würde, bevor sie zugeben müssten, dass diese Band auch nur annähernd etwas halbwegs Positives herausgebracht hat. Allerdings muss man das aktuelle Album eher anders betrachten: Man mische die eine Seite mit der anderen, füge etwas Ironie hinzu, wälze das Ergebnis in geballter Objektivität und heraus kommt: Ein erstaunlich nüchternes, aber facettenreiches Album.

Tracklist:

1. Escape (2:24)
2. Night Of The Hunter (5:41)
3. Kings And Queens (5:48)
4. This Is War (5:27)
5. 100 Suns (1:58)
6. Hurricane (6:12)
7. Closer To The Edge (4:34)
8. Vox Populi (5:43)
9. Search And Destroy (5:39)
10. Alibi (6:00)
11. Stranger In A Strange Land (6:54)
12. L490 (4:26)

Der Opener “Escape” erinnert anfangs noch an die großartigen “Nine Inch Nails” zur ihrer “The Fragile”-Zeit – so lange, bis der wirklich nicht hätte sein müssende Kinderchor, der sich wie ein roter Faden durch das komplette Album zieht, diese gelungene Grundstimmung des Songs nahezu ruiniert. Im Anschluss folgt mit “Night Of The Hunter” eine poppig-rockige Nummer, die wie eine Mischung aus Bon Jovi und Linkin Park klingt. Das bereits vorab veröffentlichte “Kings And Queens” lässt immer wieder an U2 denken, was aber zum größten Teil daran liegen mag, dass die Stimme von Jared Leto hier eine starke Ähnlichkeit mit der von Bono offenbart. Diese Ähnlichkeit wird im weiteren Verlauf des Albums zwar noch viel deutlicher, aber mit diesen drei Songs hat man den musikalischen Kosmos von 30 Seconds to Mars auch schon ganz gut erschlossen und weiß, in welchen Sphären man sich bewegt.

“Ein echtes Kunststück, das mindestens genau so groß, wie die Musik überkandidelt ist. 30 Seconds To Mars stört das nicht weiter, denn “This Is War” besitzt eine ordentliche Portion Selbstvertrauen – auch wenn derzeit andere Bands am Rad der Zeit drehen. Prima Material also für all jene, die Konflikte heraufbeschwören wollen, wo eigentlich gar keine sind.” – Motor.de

Insgesamt ist “This is War” ein grundsolides Album. Auch wenn auf den ersten Blick einige Elemente vorhanden sind, die nicht so recht passen wollen, beim zweiten anhören jedoch schon besser passen. Insofern entwickelt sich das Album weiter, je öfter und genauer man es sich in die Ohren pusten lässt. Ideal für den Samstagmorgen nach einer durchzechten Nacht, im Zweifelsfall zum Konterbier. Wertung: 7/10.

Monday Soundcheck: Evergrey – Monday Morning Apocalypse

Aus gegebenem Anlass steht heute der Montag im Fokus. Hierzu dann auch das passende Album von Evergrey, einer Progressive-Band aus Schweden. Seit 1993 geben die 4 Jungs ihre Riffs zum besten. Diesen Montag legen wir ein Augenmerk auf ihr Album “Monday Morning Apocalypse”.

Das Album hat schon seine 4 Jahre auf dem Buckel, ist allerdings deswegen keineswegs schlecht. Im Gegenteil, es überzeugt durch Stilsicherheit und Klasse. Die Musik von Evergrey mag zwar etwas düster sein, allerdings gehen die Texte unter die Haut, die Stimme von Frontsänger Tom Englund stimuliert das Hirn. Nach einigen Schwierigkeiten mit “The Inner Circle” (2004) gaben die Schweden die Produktion erstmals in fremde Hände, damit sie sich ausschließlich auf das Songwriting konzentrieren konnten. Daraus folgte ein Album, das einen Meilenstein hinlegt. Der Titeltrack geht ohne direkte Umwege direkt in die tiefsten Kreise des Gehörgangs, das daran anschließende “Unspeakable” räumt auch den letzten Staub vom Wochenende aus den Zellen. Die nächsten zwei Tracks – “Still In The Water” und “Lost” – wecken selbst verschlafenste Geister aus ihren Höhlen.

Tracklist:

01. Monday Morning Apocalypse (3:10)
02. Unspeakable (3:54)
03. Lost (3:13)
04. Obedience (4:13)
05. The Curtain Fall (3:09)
06. In Remembrance (3:33)
07. At Loss For Words (4:13)
08. Till Dagmar (1:40)
09. Still In The Water (5:17)
10. The Dark I Walk You Through (4:19)
11. I Should (4:51)
12. Closure (3:08)

Rock Hard:

“Nach wie vor zieht einen die einzigartige Stimme von Tom S. Englund in den Bann, rufen die zarten Melodien und bombastischen Chöre Gänsehaut hervor, während die einzigartigen Riffs und wahnwitzigen Soli genau für die richtige Dosis Härte sorgen, die bei “Monday Morning Apocalypse” einfach eine Ecke großzügiger ausgefallen ist. [...] Perfekter als bei den Nummern ‚At Loss For Words’, ‚Still In The Water’ und ‚I Should’ können moderne Härte und melodische Sanftheit nicht miteinander verschmelzen!”

Fazit: Rundum gelungenes Album, etwas getragen tewilweise. Kommt nicht ganz ohne gewisse Längen aus, Englund brilliert. Schön um in Downtimes während der Weekly, Daily oder sonstiger Schlacht keine Unruhe in sich selbst aufkommen zu lassen.

Note der Red.: 8/10