Nachdem die letzten Woche viel Rock & Metal durch den Soundcheck gerauscht ist, steht heute alles im Zeichen der virtuellen Band “Gorillaz”.  Die Band ist im Jahre 1998 entstanden, ihr Schöpfer ist Damon Albarn, welcher auch gleichzeitig der Sänger der britischen Band Blur ist. Für die Zeichnungen der Charaktere ist der Künslter Jamie Hewlett verantwortlich, welcher der Zeichner und Co-Autor des Comics “Tank Girl” ist. Das Besondere an den Gorillaz ist, dass nicht jede Figur ein wirkliches Alter Ego besitzt, sondern immer wieder mit verschiedenen Musikern produziert wurde. Einzig Albarn und Hewlett bilden feste Größen im “Team” der Gorillaz. Trotzdem besitzt jede Figur eine Biografie und diverse Charaktereigenschaften, obwohl sie nicht ursprünglich einer Serie oder einem Comic entsprungen sind.

Wie kommt man jedoch auf die Idee eine fiktive Pop- oder Elektroband zu erschaffen? Die beiden Gründer ärgerten sich über die rasant abnehmende Qualität im Musikfernsehen MTV.

“… if you watch MTV for too long, it’s a bit like hell – there’s nothing of substance there. So we got this idea for a cartoon band, something that would be a comment on that.”
- Jamie Hewlett

Das Ziel der Gruppe sollte es sein, sämtliche gängigen Klischees zu bedienen. Insgesamt besteht der symphatische Haufen der Gorillaz aus folgenden Elementen: einem Punk als Bandleader (2D), einem Altrocker am Bass (Murdoc), einer flippigen Asiatin an der Gitarre (Noodle) und einem gutmütigen Hünen am Schlagzeug (Russel). Das erste Lied der Gorillaz war der Song “Ghost Train”. Später nahm man mithilfe einiger Gastmusiker schließlich die CD mit dem gleichen Namen der Band auf. Mit genau diesem heute vorgestellten Album landeten die Gorillaz ihren ersten großen kommerzillen Erfolg. Innerhalb weniger Tage verbreitete sich die Kunde über dieses eigenwillige, aber deenoch sehr gut gelungene Album wie ein Lauffeuer. Und das nicht nur in de USA. Die Bombe mit dem Namen “Gorillaz” schlug ein wie eine seismische Bombe. Ihr Debütalbum verkaufte sich weltweit über 7 Millionen mal, was der Gruppe Weltruhm, sowie mehrere Schallplatten auf Platin-Status brachte. Damit schafften es Hewlett und Albarn an die Spitze der Charts. Der wohl berühmteste Song auf dem Album ist “Clint Eastwood”, der auch Wochenlang über die Musiksender dieser Welt dudelte.

Stilistisch ist es sehr schwer die Gorillaz wirklich einer Kategorie zuzuweisen. Durch das Vorhaben ihrerer Gründerväter fließt sehr viel aus diversen Genres in die Musik ein. Angefangen von etwas schrulligen Gitarrenriffs, über den leicht rappenden Gesang bis hin zum getragenen Schlagzeug. Alles in allem sind die Gorillaz aber am ehesten in die Sparte Crossover einzuordnen. Auch Alternative Hip-Hop ist eine angemessene Bezeichnung. Doch je öfter man das Album hört, umso besser gefällt es einem. Und dieses Album ist wirklich zum “Durchhören”, selten gab es Alben, die so “aus einem Guss” waren wie Gorillaz, und das trotz der enormen musikalischen Vielfalt, die es zu hören gibt, angefangen von “Latin Simone” bis hin zum melankolischen “Tomorrow Comes Today” oder dem schwungvollen “Re-Hash”. Bei diesem Album hört man regelrecht den Spass heraus, den es den Musiker rund um Damon Albarn gemacht haben muss, dieses Album zu machen. Bei einigen Stücken kann man sich das Schmunzeln kaum verkneifen, man hat den Eindruck, die Musiker machen sich ein wenig über sich selbst und das ganze Musik-Business lustig. Gorillaz ist sicherlich nicht etwas für jeden, denn es geht am Mainstream-Pop-Geschmack vorbei, dafür ist ein erstklassiges Gesamtwerk voller Elan und Energie. Wem Clint Eastwood gefällt, der wird sicherlich viel Freude an diesem Album haben.

Tracklist
1. Re-Hash (3:40)
2. 5/4 (2:42)
3. Tomorrow Comes Today (3:14)
4. New Genius (4:00)
5. Clint Eastwood (5:43)
6. Man Research (4:32)
7. Punk (1:37)
8. Sound Check (4:42)
9. Double Bass (4:46)
10. Rock The House (4:11)
11. 19-2000 (3:29)
12. Latin Simone (3:38)
13. Starshine (3:33)
14. Slow Country (3:37)
15. M1 A1 (4:01)
16. Clint Eastwood [Ed Case / Sweetie Irie Refix] (3:44)
17. 19-2000 [Soulchild Remix] (3:27)

Bis sich einem das gesamte Album erschließt, bedarf es doch einiger Zeit; hat man sich an eine Richtung gewöhnt, reißen die Gorillaz das Steuer meist um 180 Grad herum. Trotzdem macht das Album Spaß. Einerseits, weil viele Stücke auf großartigen Melodien aufbauen, andererseits gerade weil es sich allen Regeln entzieht.
-laut.de

Fazit: Interessantes Album. Auch wenn es aus dem Jahre 2001 ist, also schon bald 10 Jahre auf dem Buckel hat, so ist es doch sehr hörenswert. Grad das Alternative an dieser Musik macht die Tracks teilweise zum Ohrwurm. Die Gorillaz gehen einen sehr eigenwilligen Weg, was nicht heisst, dass dieser schlecht ist. Ganz im Gegenteil. Hewlett und Albarn verzücken die Dance, Alternative & Hip-Hop-Fans immer wieder aufs neue. Schöne Scheibe mit seltenen langatmigen Stellen.
Wertung: 9/10

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