Last but not least – Diesen Freitag dreht sich alles um eine Band, deren Name eigentlich ein Rock- bzw. Metalausruf ist: “HELL YEAH!” Einziger Unterschied: Die Jungs aus Mittelamerika schreiben sich in einem Wort, sprich: Hellyeah.
Hellyeah ist eine US-Metal-Band, welche sich aus fünf Mitgliedern zusammensetzt, darunter der frühere Schlagzeuger von Pantera, Vinnie Paul. Die Gruppe entstand im Jahre 2006, als Vinnie Paul bekanntgab, dass er ein neues Projekt vorhabe und dass er das ganze mithilfe einer neuen Band hochziehen würde. Ende des Jahres war dann auch klar, wer die Töne in der Band angibt: Chad Lee Gray als Sänger, Greg Tribbet und Tom Maxwell an den Gitarren, Bob Zilla bedient den Bass und besagter Vinnie Paul Abbott am Drumset.
Und schließlich erschien am 10. April das nach der Band benannte Album “Hellyeah”, Publisher war Epic Records. Dieses verkaufte in der ersten Woche weit über 45.000 Tonträger und flog auf Platz 9 der Billboard-Charts. Ende September waren bereits 188.670 Platten über die Ladentheke gegangen.
Die erste Tour unternahm das Gespann von Hellyeah zusammen mit SOiL im Mai und Juni 2007 und rockten im Sommer das Download-Festival vor einigen zehntausend Menschen, die die Band dankend und mit offenen Armen empfingen. Später im gleichen Jahr folgte die “Family Values Tour” zusammen mit Korn, Evanescence, Trivium, Atreyu und Fireleaf statt. Dann wurde es ruhig um die Band, Gerüchte wurden laut, das erste Album würde auch das letzte bleiben, doch die Fans und Kritiker sollten sich schwer getäuscht haben. Am 13. Juli diesen Jahres folgte das zweite Album, um das es sich heute auch dreht: Stampede!
Die erste Eindruck mag täuschen, aber Hellyeah rockt die Speaker, dass die Fetzen fliegen. Man merkt sofort, dass die Jungs aus Amerika nichts an der musikalischen Stärke über die letzten drei Jahre verloren haben. Kurzum: Die Riffs von Greg und Tom schrammeln wunderbar durch die unteren Kanäle im Ohr, eine Ebene darüber trommelt Vinnie Paul was das Zeug hält und Chad Lee gibt sein bestes am Mikro – In allerbester Heavy-Metal-Manier.
Ein wunderbaren Einstieg bietet die Video-Single “Cowboy Way”, ein Drumfeuerwerk hämmert aus den Boxen, ein kurzer Stop und darauf folgt ein wunderbare Gitarrensolo nach knapp einer Minute. Gegen Ende hin kommt auch der Bass richtig fein zur Geltung, sowas macht Laune auf mehr! Aber schon beim zweiten Track vermisst man etwas die Drums, man hat das Gefühl, der Titel des Albums wäre etwas zu hoch gegriffen, eine wirkliche Stampede erlebt man nicht wirklich im zweiten Song. Wer Härte mag, ist hier genau richtig, denn diese geht brachial nach oben, aber die erwartete Stierherde bleibt – leider – vorerst aus. Wäre aber auch falsch, das Album aufgrund eines einzigen Songs schon zum Scheitern verurteilen. Denn das Album ist keineswegs schlecht, im Gegenteil! Nochmal zur Sache geht’s dann bei “Order The Sun”. Beim zweiten Durchlauf des Songs wird dann ziemlich schnell klar, welche Qualitäten das Quintett bietet – Das Teil brät ganz schön den Gehörgang. Aber was wäre eine Metal-Platte ohne anständige Balladen? Richtig, nichts. Als astreine Ballade geht nur das besinnliche “Better Man” durch. Zwar sind auch schon beim melancholischen “Hell of Time” akustische Gitarren im Chorus zu hören, die Strophe hat trotzdem ganz gut Saft. Auch das relaxte “Cold As Stone” setzt noch mal auf ruhige Töne, ist für eine Ballade aber doch noch zu hart.
Es ist sehr offensichtlich, dass diese Allstar-Truppe ihr Ding aus Spaß an der Freude durchzieht. Sowohl technisch als auch bezüglich des Feelings und des Songwritings machen die fünf Recken nichts verkehrt, und auch vor der sympathisch-selbstironischen Bedienung vieler Klischees machen Zurhöllejawoll keinen Halt. Letzten Endes ist aber auch „Stampede“ eher eine Songkollektion, die live deutlich besser funktionieren wird als auf Konserve. Obwohl… mit viel Sonne, Grillfleisch und Bier kann nicht viel schief gehen.
- Chris P., Musical Reviews
Tracklist:
01. Cowboy Way (3:47)
02. Debt That All Men Pay (3:11)
03. Hell Of A Time (3:42)
04. Stampede (3:09)
05. Better Man (4:32)
06. It’s On! (3:45)
07. Pole Rider (3:23)
08. Cold As A Stone (3:30)
09. Stand Or Walk Away (4:50)
10. Alive And Well (3:19)
11. Order The Sun (4:25)
Auch die Rhythmusabteilung um Vinnie Paul (Drums) und Bob Zilla (Bass) zeigt sich wie gewohnt in Hochform und treibt die Büffelherde in Groovemonstern wie „It’s on“, „Pole rider“ und „Stampede“ mit Nachdruck nach vorne, so dass gar nicht erst große Verschnaufpausen aufkommen. Entsprechend rastlos und schnell fegt das Album ohne große Schwächen über den Hörer hinweg, womit am Ende ein vergleichbares Fazit wie beim Hellyeah-Debüt zu Buche steht: „Stampede“ steht für unterhaltsamen, modernen Metal, der perfekt in die heutige Zeit passt.
- Michael Reichel, cdstarts.de
Fazit:
Das Album hat teilweise echt Wumms hinter der Scheibe, lässt manchmal aber auch etwas Tiefe vermissen. Wie oben schon gesagt, ist der Titel der Stampede etwas hoch gegriffen, aber durchaus sehr gut hörbar. Auch ein Album was mehrere Anläufe braucht um in den Köpfen kleben zu bleiben. Allerdings ist es einmal dort, lässt es einen nicht mehr los. Wer also das Erstlingswerk für gut befunden hat, wird auf keinen Fall enttäuscht werden. Für die Menschen, die Hellyeah eher kritischer beäugt haben, ist diese Platte leider nicht wirklich etwas. Rein vom technischen her total gut gemacht, keine ungünstigen Overlays, kein durchdröhnender Bass – Dieser kommt gern etwas subtiler daher. Saubere Arbeit, HELL YEAH!
Wertung: 8/10























